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[Rezension] Amrita – Am Ende beginnt der Anfang von Aditi Khorana

"Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" von Aditi Khorana ist ein Fantasy-Jugenbuch aus dem Dressler Verlag. Das Buch habe ich mir wegen des schönen Covers gekauft, aber nach der Hälfte habe ich schon gemerkt, dass ein hübsches Äußeres nun mal nicht alles ist. Auf den Inhalt kommt es an - und der war für mich sehr dürftig.

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, aus Sicht der Protagonistin Amrita, erzählt. Auf den ersten Seiten fand ich sie auch noch sympathisch, obwohl ich zugeben muss, dass ich sie gedanklich schon in eine Schublade gesteckt hatte, als verwöhnte Prinzessin, die mit dem Goldlöffel im Mund aufgewachsen ist und vom realen Leben in ihrem Land keine Ahnung hat. Das hat sich zum Teil dann auch bestätigt, erschwerend kam dann noch ihre zickige, selbstsüchtige und impulsiv, nervige Art hinzu. Thala, eine Seherin und Amrita Fluchtbegleiterin hat mir echt leid getan und ich an Thalas Stelle hätte sie wahrscheinlich in mehr als nur einer Situation sich selbst überlassen und wäre meinen eigenem Weg gefolgt.

Amrita und Thala machen sich gemeinsam auf dem Weg zur Bibliothek des Seins, um ihre eigene Geschichte umzuschreiben. Beide wissen allerdings nicht, wo sich diese Bibliothek befindet, aber sie folgen Hinweisen, die sie auf ihrer Reise immer wieder, wie durch Zufall, erhalten. Amrita muss sich nicht anstregen, um die Bibliothek zu finden, denn die Hinweise fliegen ihr einfach so zu. Da fällt mir ihre charakterliche Wandlung, die sie während der Reise durchmacht, auch schwer nachzuvollziehen, denn viele ihre Handlungen wirken vollkommen undurchdacht.

Die Sprache im Buch hat mir sehr gut gefallen, denn sie ist leicht und flüssig und enthält auch viele beschreibende Passagen. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass vieles sehr oberflächlich beschrieben wurde. Gerade in Fantasy-Romanen finde ich es wichtig, dass die Welt ordentlich und detalliert dargestellt wird. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir da mehr Tiefgang gewünscht. Sehr schön fand ich die Mystik und das Märchenhafte das immer wieder im Buch erwähnt wird und auf dem die ganze Handlung letztendlich aufgebaut ist.

Nach dem Lesen bleiben bei mir allerdings immer noch einige Fragen unbeantwortet und das finde ich als Leser immer sehr frustierend. Es wurde z. B. nicht geklärt, ob Amritas Mutter - wie von Sikander behauptet - tatsächlich noch lebt. Und was bitte sollte die am Anfang des Buches aufkeimende Liebe zwischen Amrita und Arjun, wenn doch ein Happy End überhaupt nicht möglich war? Das fand ich sehr unbefriedigend. Auch wenn das Ende eine tragische und gleichzeitig erstrebenswerte Alternative darstellte.

Das größte Manko an diesem Buch ist allerdings, dass der Klappentext 80 % des Inhalts verrät. Ich habe sehnsüchtig darauf gewartet was passiert, wenn sie die Bibliothek des Seins gefunden hatten. Leider wurde das dann ganz schnell auf den letzten 50 Seiten abgehandelt. Schade, denn das wäre die eigentlich interessante Handlung gewesen.

Fazit:
Es gibt definitiv bessere Jugendfantasy, aber immerhin habe ich ein schönes Cover im Bücherregal stehen. Empfehlen kann ich es überhaupt nicht! 2 von 5 Sterne.

Details zum Buch:
Titel: Amrita: Am Ende beginnt der Anfang; Autor: Aditi Khorana; Genre: Jugendbuch, Fantasy; Verlag: Dressler; ISBN: 978-3-7915-0056-0; Seitenzahl: 320; Format: Hardcover; Veröffentlichung: August 2017; Preis: 17,99 €
Inhalt: Dein Schicksal ist ein Buch, das du selbst schreibst! Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt Amrita die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss? (Quelle: Dressler)

5 Gedanken zu „[Rezension] Amrita – Am Ende beginnt der Anfang von Aditi Khorana

  1. estel90

    Hallo Karo,

    Oweh, das klingt ja nach einem richtigen Reinfall! Das Gegenteil habe ich einmal erlebt. Da habe ich bei einer Leserunde auf LovelyBooks "die Wanifen" von René Anour bekommen, das ein gruseliges Cover hat aber total vielversprechend klang und die Erwartungen noch übertroffen hat.

    Ich hoffe, Du hast nach diesem Buch eines gefunden, das Deinen Erwartungen stand hielt und Dich mehr begeistern konnte.

    Liebe Grüße
    Sarah

    Antworten
  2. Nicci Trallafitti

    Hey!
    Mir hat das Buch durch die besondere Thematik gut gefallen, kann deine Kritikpunkte aber nachvollziehen.
    Die Bibliothek hätte ich auch noch gerne viel differenzierter erlebt.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    #litnetzwerk

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  3. Lieblingsleseplatz

    Moin,

    ich bin über das #litnetzwerk auf deinen schönen Blog gestoßen und ich muss sagen, es gefällt mir richtig gut hier! Folge Dir jetzt auf Twitter, Facebook und Instagram...

    Das Buch will ich auch noch unbedingt lesen!

    Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Sonntag und morgen einen guten Wochenstart!

    Herzliche Grüße von meinem Lieblingsleseplatz,
    Verena

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  4. kunterbuntegrunewelt

    Hallöchen,

    wow, das Cover ist echt schön! Da kann man schon mal schwach werden und sich das Buch sofort kaufen, vorallem weil auch der Klappentext wirklich spannend klingt. Dank deiner Rezension werde ich das aber wohl eher nicht tun. Seitenlang unsympathische Charaktere zu verfolgen kann ich mir wirklich sparen. Schade, dass die viel versprechende Idee nicht besser umgesetzt wurde.

    Liebe Grüße,
    Antonia

    #litnetzwerk

    Antworten
  5. Elena

    Schön, mal eine Rezension zu lesen, die mit meiner Meinung zum Buch weitestgehend übereinstimmt. Mir war und ist echt schleierhaft, wie so eine verzogene Protagonistin, der alles zufliegt, bei vielen so gut ankommen konnte. Es gab zwar ein paar interessante Stellen, besonders die in der Höhle, aber das konnte für mich die Schwächen nicht aufwiegen.

    Nur den Punkt mit Arjun teile ich nicht. Ist doch mal nett, wenn nicht aus jeder Liebesgeschichte etwas wird.

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