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[Rezension] Die Tore der Welt von Ken Follett

Nachdem ich den ersten Teil der Kingsbridge-Reihe Die Säulen der Erde fast in einem Rutsch durchgelesen habe, musste ich einfach direkt den zweiten Teil "Die Tore der Welt" zur Hand nehmen.

"Die Tore der Welt" von Ken Follett spielt zwei Jahrhunderte nach dem ersten Teil, allerdings wird immer wieder auf Ereignisse aus dem ersten Teil Bezug genommen, denn einige der handelnden Personen sind Nachkommen der Figuren aus dem ersten Teil. Allerdings kann man den Roman lesen, ohne den ersten Band vorher gelesen zu haben.

Der Roman spielt in Kingsbridge das mittlerweile von einem Dorf zu einer Stadt herangewachsen ist. Handelszünfte, Pest und der Hunderjährige Krieg sind an der Tagesordnung im südlichen England und beeinflussen das Leben der Einwohner, besonders das von Caris und Merthin, die sich schon als Kinder kennenlernen und als Protagonisten viele private Schlachten zu schlagen haben, bevor sie zusammen glücklich werden können.

Auch im zweiten Teil spielt das Baugewerbe wieder eine zentrale Rolle, dieses Mal wird jedoch keine Kathedrale gebaut, sondern zunächst eine Brücke und dann Caris' Hospital. Das übernimmt Merthin, der in Tom Builders Fußstapfen tritt und sich durch seine Bauwerke unsterblich macht. Seine außerordentlichen handwerklichen Fähigkeiten machen ihn zu einem angesehenen Mitglied der Kingsbridger Zunft, deren Macht die der katholischen Kirche übersteigt. Sehr zum Leidwesen von Godwyn, der als Mönch nach Macht giert und dem das reiche Nonnenkloster ein Dorn im Auge ist. Als hinterhältiger Intrigant schafft es Godwyn bis zum Prior aufzusteigen und macht vor allem Caris das Leben schwer, denn er bezichtigt sie der Ketzerei und zwingt sie dem Nonnenkloster beizutreten und verhindert so die geplante Hochzeit mit Merthin.

Ken Follett weicht nicht vom bekannten Handlungsschema aus dem ersten Teil ab. Braucht er auch nicht, das Buch war für mich trotzdem ein absoluter Pageturner, den ich innerhalb kürzester Zeit ausgelesen hatte. An einigen Stellen fand ich den Handlungsverlauf doch etwas unrealistisch, besonders als sich Nonne Caris zusammen mit einer weiteren Nonne den englischen Streitkräften in Frankreich nachreist. Die Grausamkeiten, die mit so einem Krieg einhergehen, sind zwar für mich realistisch geschildert, doch hege ich meine Zweifel, dass Caris im realen 14. Jahrhundert als Frau diese Reise so angetreten hätte.

Sprachlich ist der historische Roman sehr gut. Ken Follett schafft es immer wieder beschreibende Passagen mit aktiver Handlung und Dialogen zu verbinden und so das Leben im 14. Jahrhundert spannend und sehr anschaulich zu beschreiben.

Fazit: 4,5 von 5 Sterne
Für Historienfans ein absolutes Muss!

Details zum Buch:
Titel: Die Tore der Welt; Autor: Ken Follett; Reihe: Kingsbridge #2; Genre: Hostorischer Roman; Verlag: Bastei Lübbe; Seitenzahl:1312; ISBN: 978-3-40416-380-9; Erstveröffentlichung: Januar 2010; Preis: 12,99 €
Inhalt: England im Jahre 1327. Es ist der Tag nach Allerheiligen. In der Stadt Kingsbridge trifft sich im Schatten der Kathedrale das Volk. Vier Kinder flüchten vor dem Trubel in den nahe gelegenen Wald. Dort werden sie Zeugen eines Kampfes – und eines tödlichen Geheimnisses. Merthin, ein Nachfahre von Jack Builder, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein starker Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Caris, Tochter eines Wollhändlers, hat den Traum, Arzt zu werden. Gwenda, Kind eines Taglöhners, will nur ihrer Liebe folgen. Und da ist noch Godwyn, Caris' Vetter, ein junger Mönch, der entschlossen ist, Prior von Kingsbridge zu werden. Koste es, was es wolle. Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten. (Quelle: Lübbe)

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