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[Rezension] Die Tiefe von Nick Cutter

Der Einstig ins Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Kapitel sind kurz und der Leser findet sofort in die Handlung hinein. Es wird geschildert, wie der Tierarzt Dr. Luke Nelson auf dem Weg zu einer Forschungsstation im Pazifik ist, in der sein Bruder Clayton an einem Heilmittel für eine mysteriöse Krankheit forscht, die der "Fleckige Tod" genannt wird und an der Seuche schon viele Menschen gestorben sind. Die Forschungsstation "Trieste" befindet sich am tiefsten Ort des Meeres, im Marianengraben, und Luke muss genau dorthin reisen, denn es gibt keinen Kontakt mehr zur Forschungstation und seinem Bruder.

Die ersten Kapitel, in denen die Reise zur Foschungsstation geschildert werden, der Leser erfährt, was diese mysteriöse Seuche eigentlich ist, und wie sich das Leben auf der Welt dadurch verändert hat, fand ich sehr spannend zu lesen. Nachdem Luke die Trieste erreicht hat, flacht die Handlung meiner Meinung nach allerdings deutlich ab und der Leser erfährt zunehmend Geschehnisse aus Lukes Vergangenheit, die alle keine glücklichen Erinnerungen sind. Die Suche nach einem Heilmittel tritt vollkommen in den Hintergrund. Das fand ich ziemlich schade, denn ich habe einen Wisschenschaftsthriller erwartet. Allerdings ist dieses Buch meiner Meinung nach eher ein Psychothriller, denn im Buch werden die Urängste der Protagonisten thematisiert.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, auch wenn manche Passagen zu langatmig waren. So findet Luke in der Trieste wissenschaftliche Aufzeichnungen eines verstorbenen Forschers, die ganze Kapitel füllen. Außerdem nehmen die Wahnvorstellungen über vergangene Handlungen viel zu viel Platz ein und haben es mir schwer gemacht, zunehmend nicht den roten Faden zu verlieren.

Am meisten habe ich mich allerdings darüber geärgert, wie schlecht der Autor vor dem Schreiben des Buches recherchiert hat. Clayton scheint ein wissenschaftliches Wunderkind zu sein, das schon in seiner Kindheit eine Maus gentechnisch so manipuliert hat, dass auf deren Rücken eine Nase wächst. Als Biologin habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie er das wohl als Kind geschafft haben mag. Auch wenn er die Grundzüge der Molekularbiologie verstanden haben mag, wird er wohl kaum das ganze Laborequipment im Keller seines Elternhauses rumstehen haben.

Auch das Ende hat mich nicht sonderlich mitgerissen. Es konnten nicht alle meine Fragen beantwortet werden und ich fand das Ende sehr verwirrend. Schade, denn das Buch hat sehr gut angefangen, aber ab der Hälfte ist es einfach nur noch langatmig und durchschnittlich.

Fazit: 3 von 5 Sternen. Es gibt definitiv bessere Thriller!

Details zum Buch:
Titel: Die Tiefe; Autor: Nick Cutter; Genre: Thriller; Verlag: Heyne; Seiten: 527; ISBN: 978-3453418967; Format: Taschenbuch; Erstveröffentlichung: November 2015; Preis: 9,99 €
Inhalt: Die Menschheit erzittert unter einer unheimlichen, tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell ausbreitet. In dieser Krisensituation wird der Arzt Luke Nelson zu Hilfe gerufen. In den Tiefen des Meeres ist ein Organismus aufgetaucht, ein Parasit, mit dem sich die Krankheit vielleicht bekämpfen lässt. Lukes Bruder Clayton, ein genialer Biologe, ist mit seinem Team bereits im Tauchschiff Trieste. Doch der Kontakt zur Trieste bricht ab. Als die grausam entstellte Leiche eines der Forscher geborgen wird, begibt Luke sich hinab in den Marianengraben. In die dunkle Tiefe … (Quelle: Randomhouse)

Ich möchte mich beim Heyne Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken.

Ein Gedanke zu „[Rezension] Die Tiefe von Nick Cutter

  1. laberladen

    Hallo Karo,

    ich hatte das Buch auch eher als Psychothriller gesehen. Leider hat mich der Horror-Anteil überrascht und besonders gelungen fand ich ihn auch nicht. Manche Szenen waren so übertrieben, dass ich sie schon absurd fand und lachen musste, was mich dann total aus der Geschichte gerissen hat.

    Ich hatte auch noch ein leichtes Problem mit der Namensgebung für die Protagonisten, die in der deutschen Übersetzung nicht besondes glücklich war. Der Name Luke war etwas schwierig, weil in der Tiefsee-Forschungsstation jede Menge Luken existierten, man die Luke schließen bzw. öffnen musste. Und seine Begleiterin Alice, die allgemein nur Al genannt wurde, führte zu vielen Satzanfängen mit „Als“, die natürlich keinen Nebensatz einleiteten, sondern etwas über Al berichteten. Mit anderen, nicht so irritierenden Namen hätte der gruselige Thrill wahrscheinlich besser auf mich wirken können. Manchmal komme ich aus solchen "Fallen" nicht mehr heraus und sie verderben mir das ganze Buch.

    Liebe #Litnetzwerk-Grüße
    Gabi

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