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[Rezension] Das Fundament der Ewigkeit von Ken Follett

Wer schon einige Bücher von Ken Follett gelesen hat, der weiß ganz genau was ihn erwartet. Gut recherchiertes Wissen, das in eine unterhaltsame und spannende Geschichte verpackt wurde, die man gar nicht mehr aus der Hand legen will.

Die Handlung spielt wieder in der fiktiven Stadt Kingsbridge, die schon aus den Vorgängerbänden „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ bekannt ist. Allerdings ist es, nicht wirklich eine Fortsetzung, denn es gibt zwar Rückblenden auf Geschehenes aus den ersten zwei Bänden, aber diese Geschichte baut nicht wirklich auf dem Ende von „Die Tore der Welt“ auf. „Das Fundament der Ewigkeit“ kann man problemlos verstehen, ohne die anderen beiden Teile gelesen zu haben.

Geschichtlich siedelt sich der Roman nach der Reformation im 16 Jahrhundert an, in einer Zeit, in der die Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten in ganz Europa toben und auch in Kingsbridge ihre Opfer fordern.

Das Buch hat viele parallele Handlungsstränge, die irgendwo in Europa beginnen. Zunächst war ich mit der Anzahl an Figuren etwas überfordert, aber auch gleichzeitig sehr neugierig, denn ich wollte wissen, wann und unter welchen Umständen sich die Figuren im Roman begegnen. Mit der Zeit hat sich die Verwirrung allerdings gelegt, denn man lernt bei über 1150 Seiten die Figuren sehr gut kennen. Im Mittelpunkt der Handlung steht Ned Willard mit dem auch der Prolog startet. Ned stammt aus einer Kaufmannsfamilie und er wäre auch ein guter Kaufmann geworden, doch wurde seiner Familie übel mitgespielt und Ned schloss sich der protestantischen Königin Elizabeth I. an.

Folletts generelle Figurencharakteristik finde ich nicht so gut gelungen. Er unterteilt seine Figuren in „gut“ und „böse“, Abstufungen dazwischen gibt es leider nicht. Man kann über Folletts Bösewichte einfach absolut nichts Gutes sagen, genauso wenig kann man über die Hauptfigur Ned Willard etwas Negatives sagen. Wenn ich es mir recht überlege, dann war es auch in den Vorgängerbänden so, da ist es mir nur nicht so sehr aufgefallen. Hier in diesem Buch hätte ich mir bei der Fülle an Personen doch etwas mehr Vielfalt als nur „gut“ und „böse“ gewünscht.

Wer schon Bücher von Ken Follett gelesen hat, der weiß, dass es sich hier um ein gut recherchiertes Geschichtsbuch handelt. Man lernt viel über die wichtigsten Ereignisse und historischen Personen aus dem 16. Jahrhundert. Ich habe, wie immer bei Folletts Büchern, sehr viel neues Hintergrundwissen gelernt (was ich im Geschichtsunterricht so nie vermittelt bekommen habe).

Mit „Das Fundament der Ewigkeit“ ist die Kingsbridge-Trilogie abgeschlossen. Nach den anfänglichen Problemen, die ich mit der Fülle an Figuren hatte, hat es sich zu einem echten Pageturner entwickelt. Ich wusste schon im Voraus, dass die Guten immer gewinnen und die Bösen ihre gerechte Strafe bekommen oder sterben, aber trotzdem war es spannend bis zum allerletzten Satz. Für mich ist dieses Buch ein Meisterwerk, das man unbedingt gelesen haben sollte!

Fazit: Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Details zum Buch:
Titel: Das Fundament der Ewigkeit; Autor: Ken Follett; Reihe: Kingsbridge #3; Genre: Historischer Roman; Verlag: Lübbe; ISBN: 978-3-7857-2600-6; Seitenzahl: 1162; Erstveröffentlichung: September 2017
Inhalt: 1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe ... nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen – koste es, was es wolle.
Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen ... (Quelle: Lübbe)

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