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"Hätte Samuel gewusst, dass seine Mutter weggehen würde, hätte er vielleicht besser aufgepasst, hätte ihr genauer zugehört, sie eingehender beobachtet, sich ein paar wichtige Dinge aufgeschrieben." (S.11)

Den Debütroman "Geister" von Nathan Hill kann ich nur sehr schwer in wenigen Worten charakterisieren, denn es ist ein Querschnitt durch die amerikanische Gesellschaft beginnend mit den Anti-Kriegs-Demonstrationen 1968 bis zu der Occupy Wallstreet Bewegung 2011. Es ist thematisch komplex und sehr gut ausformuliert.

In "Geister" erzählt Nathan Hill auf sehr persönlicher Ebene das Kindheitstrauma von Samuel Anderson, dessen Mutter ihn scheinbar grundlos verlassen hat. Durch ein Attentat seiner Mutter auf den republikanischen Präsidentschaftskandidat Packer erhält Samuel die Möglichkeit Antworten auf all seine Kindheitsfragen zu bekommen. Gleichzeitig ist "Geister" aber auch eine Geschichte vom Scheitern der Emanzipation und verratenen Idealen 1968er Generation, eine Satire auf den heutigen Medienzirkus und nicht zuletzt eine Kritik des Kapitalismus.

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